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Ein Besuch in der Instrumentenbauwerkstatt von Andreas Tauscher

Schon mit sieben Jahren spielte Andreas die Steirische. Kurz darauf schenkte ihm der Großvater die erste eigene Harmonika. Dass die „Ziach“ einmal sein Lebensmittelpunkt werden würde, stand da noch lange nicht fest. Lesen Sie mehr über Andreas spannenden Weg zu seinem Lieblingsberuf und die Herstellung einer echten Tauscher-Harmonika!

Die Instrumentenwerkstatt liegt unauffällig am Rande von Oberstdorf, umgeben von Gärten und Einfamilienhäusern. Der Ausblick auf die Allgäuer Hochalpen mit dem Hausberg Nebelhorn ist allerdings spektakulär. Hier werkt Andreas Tauscher gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Lukas Brutscher an der Herstellung und Reparatur von Steirischen Harmonikas und Schwyzerörgeli. Bis auf wenige Teile wird alles in der Werkstatt gefertigt. Es duftet nach Bienenwachs und Holz, die Ausrüstung reicht vom schon historischen Drehautomat bis zur topmodernen CNC-Fräsmaschine. Individualität ist Trumpf: Jede Tauscher-Harmonika wird auf Wunsch individuell gefertigt.

Andreas' Leidenschaft für die Harmonika

„Ganz klar, der Trachtenverein und die Musik vor Ort, das hat mich schon geprägt“, erzählt der sympathische Oberstdorfer, der heute lieber das Schwyzerörgeli als die Steirische spielt, da die Schweizer Ländlermusik im Allgäu fest verwurzelt ist. „Der Klang und die Spielweise sind ganz anders, somit klingt das Schwyzerörgeli in der Gruppe besser, während die Steirische auch als Soloinstrument gut geeignet ist“, berichtet Andreas weiter, der ursprünglich eine Lehre als Zimmerer absolviert hat.

Dem 19-jährigen Azubi war während der langen Wintermonate langweilig. Also hat er kurzerhand seine Harmonika in alle Einzelteile zerlegt und gedacht: „Das baue ich jetzt selber nach!“ Lehrstellen im Instrumentenbau sind rar gesät, dass er beim Instrumentenbauer Hohner die allerletzte Lehrstelle bekommen hat, freut ihn bis heute. Denn nach ihm hat Hohner keinen Azubi mehr ausgebildet. Trotzdem ist die Begeisterung für die Harmonika, die ein wesentliches Element der alpenländischen Volksmusik ist, ungebrochen, Tauschers Instrumente sind von Kennern und Könnern heiß begehrt.

Holz, Handwerk und Harmonie

„Holz ist einfach meine Welt“, lacht Andreas und arbeitet bei jedem Stück konzentriert auf den Höhepunkt, das Probespielen, hin. Für die Herstellung einer Harmonika benötigen er und sein Partner zwischen 100 und 150 Arbeitsstunden, je nach Aufwand in der Ausführung. Liebevoll gearbeitete Einlegearbeiten aus verschiedenen Hölzern und Blütenmuster schmücken die Handzuginstrumente, dazu sind die Knöpfe aus Materialien wie Perlmutt, Horn oder Holz, die Bälge zieren Trachtenstoffe in verschiedenen Farben.

Die Wahl des Holzes für die Stimmstöcke hat großen Einfluss auf die Klangfarbe des Instruments. Weiche Hölzer wie Fichte erzeugen einen eher warmen und weichen Klang, Harthölzer wie Ahorn sorgen für ein obertonreicheres Spektrum und einen schärferen Klang. Die Abrundung jedes einzelnen Tons erfolgt allerdings beim stundenlangen Endstimmen, bei dem ein perfektes Gehör das elektronische Stimmgerät ergänzt. Alles zusammengenommen, entstehen so der typische Klang und das ansprechende Aussehen einer echten Tauscher-Harmonika.

Vom Holzklotz zur Harmonika

Am Anfang steht die Qual der Wahl des richtigen Holzes. Langsam und gleichmäßig gewachsen soll es sein, die Jahresringe müssen eng stehen, damit das Instrument schön klingen kann. Mit der Säge wird das passende Stück für den Stimmstock zurechtgeschnitten, dann wird gehobelt bzw. abgerichtet, wobei der Beachtung der Wuchsrichtung des Holzes größte Beachtung geschenkt wird. Sind alle Teile in die richtige Größe gebracht, werden sie verleimt.

Jetzt schlägt die Stunde der CNC-Spezialfräsmaschine. Andreas Tauscher gibt ihr via CNC-Datei genau vor, was sie zu tun hat. Und so fräst sie die einzelnen Elemente der Harmonika genauestens aus dem Holz. Der Drehautomat, der im Keller sein lautstarkes Werk verrichtet, stellt inzwischen kleine mechanische Teile, Buchsen genannt, her, die später dafür sorgen, dass die Mechanik gut gelagert ist, und beim Druck eines Knopfes auch ein Ton entstehen kann.

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Stimmen, bis der Klang stimmt

Das Ausrichten der Stimmzungen und das Stimmen am Stimmtisch erfordern ein sehr gutes Gehör und viel Erfahrung in der Praxis. Und für das Aufwachsen der Stimmplatten auf die zuvor gefrästen Stimmstöcke mittels Bienenwachs braucht es eine ruhige Hand. Filz und Leder sind zwei weitere natürliche „Zutaten“ für eine Harmonika, denn daraus werden die Dichtungsbeläge der Luftklappen gefertigt.

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Das Endstimmen, zu dem auch das bewusste Verstimmen (!) gehört, ist der letzte Schritt, bevor alle Einzelteile zur fertigen Steirischen Harmonika oder zum Schwyzerörgeli zusammengebaut werden. Und dann kommt der Höhepunkt für Andreas: das Probespielen. „Das ist das Schönste an der ganzen Arbeit“, lächelt Andreas zufrieden, schnappt sich eine brandneue Tauscher und bringt mit einer neuen Steirischen so richtig Tanzbodenstimmung in seine Werkstatt.

Andreas Tauscher, Handzuginstrumentenmacher
Instrumentenbau – Reparaturen – Handel
Hochstiftstraße 11
87561 Oberstdorf
Tel.: +49 8322 95 99 608
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