How to wachs my Ski - die besten Tipps vom Profi

Der nächste Skiwinter steht schon in den Startlöchern und alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Skier und Snowboard selber wachsen oder doch lieber zum Skiservice bringen? Wir haben bei Konni Eggensberger, Betreiber der Neuen Skischule Oberstdorf samt Skiverleih und Service-Werkstatt, nachgefragt und spannende Informationen - vom nötigen Equipment bis zur Umweltverträglichkeit von Skiwachs - für Sie zusammengefasst. Do it yourself or not? Hier kommt die Antwort.

Konni Eggensberger kann man beim Thema Skiwachsen nichts vormachen. Als Skischulleiter, staatlich geprüfter Skilehrer und jahrelanges Mitglied im Ausbilderteam der deutschen Berufsskilehrer ist ihm schon alles untergekommen – vom Tubenwachs über Heißwachs bis Fluorwachs für Rennasse. Natürlich weiß er auch, was Hobby- und Genussfahrer sich wünschen: Skier und Snowboards mit exzellenten Gleit- und Dreheigenschaften. Er verrät uns heute, wie man den maximalen Spaß im Schnee erzielen kann.

Herr Eggensberger, soll und kann man seine Skier eigentlich selbst wachsen? Und wenn ja, welche Ausrüstung braucht man dazu?

Grundsätzlich kann man Skier und Snowboards natürlich selbst wachsen. Die eine Variante ist das Wachsen mit einer Paste. Die befindet sich in einer Tube mit Schwämmchen oder in einer Einweg-Verpackung. Man kann sich das so vorstellen wie beim Schuhe putzen. Je nach der kristallinen Form des Schnees hält diese Wachs-Variante aber nur etwa einen Tag. Die andere, bessere Wachstechnik ist das Heißwachsen. Dazu braucht man ein Bügeleisen mit Temperatureinstellung, Heißwachs, eine Werkbank samt Halterungen zum Einspannen, Bürste und Abziehklinge.

Das klingt ja ziemlich aufwendig! Wie geht das Heißwachsen dann konkret?

Zuerst muss der Belag gereinigt werden, dann wird das Wachs aufgebügelt, abgezogen und der Belag gebürstet. Die Anschaffung der ganzen Gerätschaften ist finanziell aufwendig und es braucht schon einige Erfahrung, um den Ski oder das Board optimal für die Fahrt vorzubereiten. Auf jeden Fall empfehlen wir das Heißwachsen, so machen wir das auch in unserer Service-Werkstatt. Die Paste ist für uns keine wirklich gute Alternative.

Also, das braucht ganz schön Zeit, das Wachsen selbst zu machen. Da stellt sich die Frage, wie oft sollen Skier und Snowboards eigentlich gewachst werden?

Das kommt ganz auf den Anspruch des Skiläufers an. Mehr Fahrfreude hat man einfach mit einem gut gewachsten Ski. Wenn ein Skitag vorbei ist, sind auch die maximalen Gleit- und Dreheigenschaften verbraucht. Wenn ein Skifahrer oder Boarder also allerhöchste Anforderungen an sein Sportgerät stellt, dann muss er jeden Tag wachsen. Profis wachsen auch noch unmittelbar vor einem Rennen, je nach Temperatur und Schneebeschaffenheit mit anderem Wachs. Das spielt aber im Bereich der Hobby- und Genussskifahrer keine Rolle.

Gibt es eigentlich noch so wie früher für jeden Schnee und jede Temperatur ein anderes Wachs – oder wie machen Sie das heute?

Ja, früher gab’s die bunten Wachsblöcke und großes Rätselraten, was denn heute am besten sei. Wir verwenden heute im Freizeitbereich ein Universalwachs, das eine große Spannweite für Temperatur und Schneebeschaffenheit aufweist. Wie schon gesagt, das gilt natürlich nicht für Rennfahrer, denn im Wettbewerb geht es ja um Sekundenbruchteile.

Was genau macht das Wachs mit der Oberfläche des Skis eigentlich? Warum kann man die Lauffläche nicht gleich so machen, dass immer beste Gleiteigenschaften gegeben sind?

Stellen Sie sich den Skibelag am besten vor wie eine Haut mit Poren. Durch das Wachsen soll erreicht werden, dass die Poren gefüllt und geschlossen werden. So werden Gleiteigenschaften und Drehmoment optimiert. Man rutscht also nicht auf der Wachsschicht dahin, sondern die bringt die besten Eigenschaften des Materials erst auf den Punkt.

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Sehr interessant, das wusste ich nicht! Sagen Sie, wie steht es eigentlich um die Umweltverträglichkeit von Skiwachs?

Danke für die Frage! Ja, Umweltverträglichkeit ist natürlich ein Thema, schließlich gelangt das Wachs über den Schnee ja in den Boden. Wir arbeiten mit Paraffinwachs, das zu hundert Prozent biologisch abbaubar ist. Daneben gibt es im Rennsport Fluorwachse, die eine längere Abbauzeit haben. Fluorwachs ist aber sehr teuer und kommt daher wirklich nur im Profibereich zum Einsatz. Die Schmierwachse, also das oben erwähnte Tubenwachs, enthält leider Lösungsmittel. Auch aus diesem Grund empfehlen wir es nicht.

Fein, das heißt, in Ihrer Service-Werkstatt wird umweltverträglich gearbeitet! Ist das nicht teurer?

Nein, auf keinen Fall. Wenn Sie bedenken, was eine gute Ausrüstung zum Selberwachsen kostet, ist der Profiservice sehr günstig. Skier heißwachsen kostet bei uns 8,00 Euro, für das Snowboard bezahlen Sie 10,00 Euro. Wir arbeiten mit modernen Maschinen, das heißt, wir erzielen in kurzer Zeit die besten Ergebnisse für Ihr Schneesportgerät. Und Sie genießen in der gewonnenen Zeit am besten ein Bierchen beim Après Ski!

Herr Eggensberger, vielen Dank für das interessante Gespräch und einen schönen, schneereichen Winter!

Bilder: Neue Skischule Oberstdorf, Oliver Farys

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